Urlaubszeit: Was für den Menschen die schönste Zeit im Jahr, bedeutet für viele Tiere häufig Endstation Autobahnraststätte.

In Deutschland werden jährlich ca. 70.000 Haustiere ausgesetzt. Kleintiere, wie Hamster, Meerschweinchen, Mäuse stellen dabei die Minderheit dar. Ein Großteil der ausgesetzten Haustiere betrifft Hunde und Katzen.

Das Aussetzen ist eine Ordnungswidrigkeit

Artikel | Ferienzeit Tier ausgesetztDas Aussetzen eines Tieres ist jedoch kein Kavaliersdelikt, sondern eine Ordnungswidrigkeit nach dem Tierschutzgesetz. Auch das Zurücklassen in der Wohnung ist strafbar. Gemäß des Tierschutzgesetzes kann dafür eine Strafe bis zu € 25.000,- verhängt werden. Kommt das Tier dabei zu Schaden kann es sich dabei sogar um eine Straftat nach dem Strafgesetzbuch handeln, die entsprechend geahndet werden kann. Doch wo kein Kläger, da kein Richter: daher sollte die / der Finder/-in eines ausgesetzten Tieres, dieses bei der nächsten Polizeidienststelle oder beim nächsten Tierheim abgeben und eine Fundanzeige stellen.

Die Aufnahme eines Tiers ist nicht einfach

Der / Die verantwortungsvolle Finder/-in, der / die dass Tier gleich von der Polizeidienststelle oder dem Tierheim mitnehmen möchte, um es nicht seinem Schicksal zu überlassen, wird erst einmal enttäuscht: die Aufnahme eines Findeltiers gestaltet sich nicht so einfach und zügig, da Haustiere unter das Fundrecht fallen. Somit geht das „Eigentum des Fundes“ erst nach 6 Monaten auf den Finder über und rechtmäßig auch nur dann, wenn das Tier durch eine offizielle Fundtieranzeige beim Fundamt gemeldet wurde. Der positive Effekt: durch eine offizielle Fundanzeige besteht die Möglichkeit den / die Tierhalter/-in zu ermitteln, wenn das ausgesetzte Tier registriert und markiert ist. Der / Die verantwortungslose Tierhalter/-in kann somit geahndet und zur Rechenschaft gezogen werden. Da viele Tierhalter nicht ermittelt werden können oder ein/e Finder/-in keine Fundtieranzeige stellt, kommen jedoch noch zu viele verantwortungslose Tierhalter ungestraft davon.

Ein Tier im Urlaub retten

Natürlich setzen nicht alle Tierbesitzer ihren besten Freund zur Urlaubszeit an der nächsten Ecke aus. Aber auch eine Mitnahme des Haustieres in den Urlaub sollte gut überlegt und geplant sein, denn eine Reise bedeutet für ein Tier sehr viel Stress. Eine lange Autofahrt oder Flugreise sollte daher gut überlegt und abgewägt werden. Auch muss vorher mit dem Hotel, der Ferienwohnung oder dem Campingplatz abgeklärt werden, ob die Mitnahme eines Hundes gestattet ist. Bei Reisen ins Ausland sind ferner die im Zielland geltenden Einreisebestimmungen für Hunde zu beachten. Nähere Informationen dazu hier: http://www.ferien-mit-hund.de/reiseplanung.html

Betreuung eines Tiers während des Urlaubs

Für diejenigen, die sich nun entschlossen haben den besten Freund nicht mit in den Urlaub zu nehmen, haben wir folgend einige Betreuungs-Ideen zusammengestellt:

  • Nachbar/-in, Freund/-in oder Verwandte:
    Am besten natürlich eine Person, die den Hund am kennt bzw. bereits eine Beziehung zum Hund aufgebaut hat. Falls eine für den Hund unbekannte Person die Betreuung während der Abwesenheit von Frauchen / Herrchen übernimmt, ist ein vorheriges „Beschnuppern“ der beiden zu empfehlen.
  • „Nimmst du mein Tier, nehm’ ich Deins!“
    Unter diesem Motto helfen sich Tierbesitzer gegenseitig. Bedingung dabei ist, dass auch Sie sich bereit erklären ein Haustier gratis bei sich zu betreuen und aufzunehmen, benötigt ein anderer Tierhalter bei Abwesenheit eine Betreuung. Tierschutzvereine helfen gerne bei der Vermittlung eines Tiersitters: http://www.tierschutzbund.de/organisation/struktur/tierschutzvereine.html
  • Tierpensionen
    Es gibt spezielle Hotels und Pensionen für Tiere. Der Urlaub für den Hund erhöht dabei jedoch in die Urlaubskosten von Frauchen / Herrchen und ist vorab mit in das Urlaubsbudget einzuberechnen. Dafür wird in Hundehotels und -pensionen aber auch gut und professionell für die Tiere gesorgt.
  • Zoofachgeschäfte
    Viele Zoogeschäfte bieten, jedoch meist ausschließlich für Kleintiere wie Kaninchen, Hamster oder Meerschweinchen, eine Ferienbetreuung an. Auch wenn eine Hundebetreuung hier relativ unwahrscheinlich ist: fragen kostet nichts und auch wenn die Ferienbetreuung eines Hundes hier nicht möglich sein sollte, eventuell ergibt sich eine geeignete Empfehlung oder Vermittlung einer Ferienbetreuung für Ihren Hund!

Es gibt also einige gute und flexible Möglichkeiten und Lösungen den Hund in liebe und vertrauenswürdige Hände während des Urlaubs abzugeben. Dem besten Freund die Freundschaft auf einem Autobahnrastplatz zu kündigen aufgrund eines Urlaubs, sollte jedoch definitiv keine sein!

 

1 Kommentar

Kommentare sind geschlossen

  1. René 5 Jahren ago

    hei, für diejenigen, die ihr Tier lieben, steht es außer Frage und diese nehmen ihr Tier überall mit hin und wo das Tier nicht hin darf, gehe auch ich nicht hin ! Ich war sehr sehr viel unterwegs, meinen Hund hatte ich aber immer bei mir !!! Und das dankt er mir mit seiner LIEBE !!!

 

Personen denen das gefälltx

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